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Tipps und Tricks von Britta aus Neuseeland und Anderen!

Hier ein paar Bücher und Internetempfehlungen:
"The earth users guide to Permaculture" von Rosemary Morrow. Das ist 
viel einfacher zu lesen als Bill Mollison oder David Holmgren, die Begründer der Permaculture.
An webseiten habe ich zwei Lieblingsseiten.
Die eine ist: farmlet.co.nz
Das ist ein blog von einer jungen Familie, die im Grunde so ähnlich 
leben wie wir, und wovon ich oft super gute Ideen bekomme.
Die andere ist:
www.homepages.ihug.com.au/~kjbdsd/
Das ist die Webseite von Joe's Grosscousin in Australien, er ist 
Petroleum Ingeneur, und versucht auch schon seit Jahren, Leute zu 
warnen.

Im  deutsch sprachigen Internet findet man nicht viele, die die Wahrheit kennen/aussprechen! Meine Familie und ich sind wegen Peak oil und climate change vor ein paar Jahren nach Neuseeland ausgewandert. In Europa hielten wir es für zu schwierig uns vorzubereiten, zu viele Menschen und zu wenig Platz. Wir haben hier einen kleinen Bauernhof und sind auf dem besten Wege dahin, Selbstversorger zu werden. Wir versuchen, auf unserem Land Permakultur zu praktizieren. 
Ich habe versucht, einige meiner deutschen Freunde und Verwandten zu warnen, bin aber im Grunde bin auf taube Ohren gestossen.

Also, was ich in Deutschland immer schwierig fand, ist das Äusserlichkeiten so wichtig sind, der Druck, besonders erfolgreich, schön, modisch gekleidet zu sein, das tollste Auto, schönste Haus zu besitzen... Alles muss immer neu und glänzend sein. Mit dem Hintergrund stelle ich es mir schon schwer vor, wie die Deutschen mit dem Crash klarkommen werden. 

In Neuseeland haben viele Leute Kleinbauernhöfe, und sie sind von der Nahrungsmittelproduktion noch nicht so weit entfernt wie viele (Nord) Europäer. Viele Leute haben ihr eigenes Fleisch, Honig, Obst und Gemüse sowieso... Viele machen das zwar nicht biologisch, aber die Einstellung zur harten Arbeit, und die Bereitschaft regional zu kaufen ist da. So wie ich das einschätzen kann, ist das Leben in NZ im Grunde weniger energieaufwändig im Bereich Lebensmittelproduktion (damit möchte ich nicht sagen, dass die NZ umweltfreundlicher sind).  In Grossbritannien hat man vor ein paar Jahren eine Studie durchgefuehrt, in der man den Energieverbrauch von NZ Fleisch (produziert hier und dann transportiert nach GB) mit dem von britischen Fleisch verglichen hat. Sie haben herausgefunden, dass das NZ Fleisch weitaus weniger Energie verbraucht, und dass, obwohl es um den halben Planeten transportiert wird. In NZ sind die Kühe das ganze Jahr draussen auf der Weide, während in Grossbritannien (und auch Deutschland) das Mastvieh unter grossem Energieverbrauch in Mastställen gehalten wird. 

Meines Erachtens haben die NZ noch nicht diese hohen Erwartungen an den Lebensstandard. Das mag damit zu tun haben, dass die Löhne weitaus niedriger sind, was ihnen für den bevorstehenden Crash aber natürlich zu Gute kommen wird. Die meisten Häuser haben z.B. nur einen Holzofen, dann bleibt der Rest des Hauses halt kalt und die ganze Familie hält sich in dem einem warmen Raum auf. Ja, die Häuser sind schlecht isoliert und das bringt auch manchmal Gesundheitsprobleme mit sich, aber sie sind nicht abhängig vom Heizoel/Gas. Und Bäume gibt es (bislang) noch genug in NZ, oder auf jeden Fall ist genug Fläche da zum wieder auf forsten.

Deshalb finde ich eines von den wichtigsten Punkten in einer deutschen Peak Oil Webseite müsste ein Wandel in Werten sein.

Meines Erachtens denken viele Deutsche/Europäer noch, das das Leben so weiter gehen wird, man muss sich nur genug Photovoltaikplatten aufs Dach tun. Ich finde, dass ein Verständniss dafuer geweckt werden muss, dass das Leben langsamer, energieärmer und arbeitsintensiver, rundum viel schwerer wird, und das nicht erst in weiter Zukunft.
Ich hatte z.B. einige britische und amerikanische Peak Oil Bücher gelesen, und hatte nie die Verbindung zu meinem eigenen Leben hergestellt. Bis ich dann ein neuseeländisches Buch las, in dem ganz klar drin stand, entweder bereitetst du dich vor, oder du wirst sehr wahrscheinlich verhungern. Viele deutsche Webseiten reden zwar von Ölkrise, was das aber wirklich bedeutet, Hunger, Krieg, Plündereien, Massenarbeitslosigkeit, und all das auch in Deutschland und vielleicht schon bald, das wird eigentlich nie so richtig gesagt.
 

Unter TIPS wuerde ich vielleicht noch folgendes zufügen:

-Obstbäume pflanzen, soviele in den Garten passen

-Gemeinschaften Gleichgesinner in der Region schaffen, und sich Ziele setzen, z.B versuchen Gemeindeland zu bekommen für einen Gemeinschaftsgarten

- Nur Notwendiges kaufen, und secondhand, fairtrade, regional, Bio... wenns geht

- Gute Werkzeuge zur Selbstversorgung kaufen

- Regenwasser kann man auch sehr gut trinken (wir tuns, und mit uns die gesamte Landbevölkerung NZ's)

- Vorräte anlegen (trocknen, einwecken, einlegen..), lernen wie man das macht, mit alten Leuten sprechen, die das Wissen vielleicht noch haben

- Wenn Land vorhanden ist, Bäume pflanzen für Feuerholz

- Wenn Land vorhanden ist, eigenes Fleisch, Honig, Milch, Eier, Obst, Gemüse,... produzieren

- Beim Samenkauf/ Obstbäumekauf/ Viehkauf auf alte Sorten achten, die sind besser geeignet zum Bioanbau. Besonders Samen können Hybriden sein,  deren Samen man nicht wiederverwerten kann

- Energiekonsum reduzieren, Stromrechnung ist ein guter Indikator dafür

- Dann würde ich vielleicht noch auf die Permakultur verweisen, da das sehr gut für  Kleingärten geeignet ist. Und vielleicht auf 
Transitiontowns in Grossbritannien (Rob Hopkins).

Wir für unseren Teil bereiten uns sehr intensiv vor, und ich war auch schon seit Monaten nicht mehr beim Supermarkt. Wir haben um die 4 Hektar Land, mit einem Bach
-Wir haben einen grossen Gemüsegarten (ich bewahre alle Samen auf fürs nächste Jahr) Ich mache Mischkultur und wechsle die Fruchtfolge jedes Jahr
-wir haben ein Gewächshaus für die Wintermonate
-wir haben sehr viele Obstbäume gepflanzt (alles alte Sorten)
-wir haben einen Schutzgürtel gepflanzt aus einheimischen Pflanzen (da die meisten Obstbäume keinen Wind mögen),
-wir haben einen Teich ausbaggern lassen mit dem wir unseren Gemüsegarten mit Solarenergie und Schwerkraft bewässern werden,
-wir haben unsere Stromrechnung auf unter 100 kw/Stunde pro Monat reduziert und sind gerade dabei Photovoltaikplatten (und später ein Windrad) zu installieren,
-An Tieren haben wir Highlandkühe (sehr robust, gut für Bioanbau), Enten (Indian Runners), Hühner, Schweine (die den Boden umpflügen und düngen, sodass wir dann Gemüse danach pflanzen können), Bienen und Schafe (Wiltshires, die verlieren ihre Wolle, muss man nicht scheren). Wir essen nur unser eigenes Fleisch, und machen auch unsere eigenen Würstchen.
-Die Hühner sind in einem Hühnertraktor (aus der Permakultur)
-Ich bekomme im nächsten Monat zwei Zicklein, und werde dann in der Zukunft auch melken und Käse machen
-Das Haus wird mit einem Holzherd/ofen im Küchen und Wohnraum erhitzt, der auch das Wasser erhitzt und auf dem wir kochen und backen. Im Sommer benutzen wir einen Solarofen
-Wir fangen all unser Regenwasser vom Dach auf  in zwei 25.000l Wasser Tanks
-Wir haben 3 verschieden Sorten von Wasser (Regen, Teich, Bach)
-Wir haben über 200 Feuerholz und Coppicing Bäume gepflanzt

 


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